Andreas Otto

Gedanken zu allem möglichen

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Netikette

Mailinglisten (und deren “Mißbrauch”)

Geschrieben von andreasotto - 2. Oktober 2009

Ich bin es so leid!

Zum wiederholten Male (weil ich halt Teilnehmer in mehreren Mailinglisten bin), muß ich miterleben, wie eine Mailingliste, die ein bestimmtes Thema hat, plötzlich “kippt”. Erst geht es monate- oder gar jahrelang um das Thema der Mailingliste, Teilnehmer stellen Fragen, andere reagieren darauf und probieren so gut wie möglich zu helfen. Plötzlich kommt es zu einer Situation, bei der irgendetwas organisatorisches vom Moderator der entsprechenden Liste angesprochen wird und aus heiterem Himmel kommt eine Flut von Beiträgen, die extrem schnell in den persönlichen Bereich abgleitet. Innerhalb von wenigen Stunden legen sich die Teilnehmer auf eine Meinung (pro oder contra) fest, postulieren sie und jeder, der anderer Meinung ist, wird persönlich angegriffen. Es werden Nebenkriegsschauplätze eröffnet und am Ende verlaßen einige die Liste, weil sie persönlich angegriffen wurden oder weil sie es einfach satt haben. Wenn es dann ganz schlimm kommt, wird eine weitere Liste zum (fast) gleichen Thema eröffnet.

Wie also die Kuh vom Eis bekommen?

Unter der Prämisse, daß es um organisatorische Dinge geht, die ein Moderator anstößt, sollte erstens jeder anerkennen, daß Moderatoren diesen “Job” in der Regel ohne Bezahlung in ihrer Freizeit machen. Die Meisten sind mehr oder weniger in die Rolle des Moderators “hineingeschlittert”, weil sie zum jeweiligen Zeitpunkt die Gründung der Mailingliste für notwendig hielten, bei der Suche eines Nachfolgers in Unkenntnis der damit verbundenen Arbeit nicht schnell genug abgetaucht sind oder einfach nur Lust hatten, etwas “zu machen”. Ein proffesionelles “Coaching” für Moderatoren gibt es nicht. Also macht es jeder so gut er kann und wie es von anderen empfohlen wird. Von gesetzlicher Seite kommen plötzlich irgendwelche Anforderungen, die sich mit Haftung und ähnlichem beschäftigen. Und dann kommt der Tag, an dem man das Gefühl hat, es müsse ertwas anders laufen, als bisher. Einfach ändern? Oder doch besser zumindestens die Teilnehmer informieren? Oder um Meinungen bzw. Rat fragen? Ich habe schon alle drei Varianten kennen gelernt und das Ergebnis war immer das, was ich Eingangs beschrieben habe.

Deswegen wäre es zweitens besser, wenn diese organisatorischen Dinge nicht direkt in der Liste auftauchen. So einen Blog, wie ich ihn hier bei WordPress eingerichtet habe, zu installieren, dauert nur wenige Minuten. Anschließend ein kurzer Hinweis in der Mailingliste und schon hat man die Diskussion im Blog und nicht mehr in der Liste.

Wenn sich dann drittens die Teilnehmer an den altehrwürdigen Grundsatz des “erst mal eine Nacht drüber schlafen” halten, bevor sie auf vermeintliche oder tatsächliche persönliche Angriffe reagieren, ist die Chance, daß es um eine konstruktive Problemlösung geht, viel größer, als bei “Diskussionen”, die ich bereits beschrieben habe.

In diesem Sinne wünsche ich mir, daß es im Mailinglisten in Zukunft um das jeweilige Thema der Liste geht und organisatorische Dinge strikt rausgehalten werden und bewußt auf eine andere Plattform verlagert werden. Von denen, die ihre Meinung zu diesen organisatorischen Dingen äußern wollen, wünsche ich mir, daß sie evtl. fehlende Hintergrundinformationen abfragen, bevor sie sich eine endgültige Meinung bilden und dann trotzdem anderen das Recht zubilligen, anderer Meinung zu sein, ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen. Von allen wünsche ich mir, sich daran zu erinnern, daß wir ein gemeinsames Hobby haben.

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Klarnamen bei Mailinglisten

Geschrieben von andreasotto - 1. Oktober 2009

Um eins vorwegzunehmen: Ich habe bei allen meinen Mailinglisten-Anmeldungen ganz selbstverständlich meinen vollen Namen angegeben.

Es wiederspricht aber m.E. der Idee einer Mailingliste, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen, ob die Teilnehmer einer Liste einen Namen angeben:

1. ist es mir egal ob Hein Blöd, Susi Sorglos oder Rudi Rammler mir hilft, wenn ich ein Problem habe.

2. Leben wir in einer Gesellschaft, in der jeder ein Recht auf freie Meinungsäußerung hat. Wenn mir die Meinung nicht gefällt, kann ich darauf reagieren oder sie auch ignorieren. Bei einer Reaktion ist es auch unerheblich ob ich keinen Namen, einen falschen oder einen richtigen Namen in der Anrede benutze. Wenn ich strafrechtlich dagegen vorgehen wollte, reicht den Ermittlungsbehörden auch die Mail-Adresse.

3. Natürlich halte ich es für richtig, die Mailadresse zu überprüfen.

Zusammengefasst: die Angabe eines Namens sollte weiterhin optional bleiben, wenn jemand meint, daß er eine Mailingliste mißbrauchen will kann er ausgeschloßen werden und dann ist es auch egal, ob er keinen, einen falschen oder einen richtigen Namen angegeben hat.

Mir wurde bisher von vielen Listenteilnehmern geholfen , dafür auf jeden Fall ganz herzlichen Dank.

Andreas (Otto)

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